Vernissage im Gewölbekeller

20 Tage, 20 Künstler:innen, 20 Interviews – Eine Ausstellung anlässlich des 30jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft Ashkelon-Pankow im Rahmen des artspring Kunstfestivals 2024 „Zeige Deine W_nde“.

Bereits seit mehreren Jahren besteht ein Kontakt zwischen dem Projekt artspring und israelischen Künstler:innen in der Partnerstadt. Angesichts des vielbeklagten lauten Schweigens der Kulturszene hat artspring einen Boten ausgesandt, um vor Ort in Israel die Fragen zu stellen, die dem diesjährigen Festival zugrunde liegen: Zeige deine W_nde. Es sollte ein kollegiales Gespräch stattfinden, dass die Hürden und Gräben der Politik, der Religion, der Medien einfach auslässt. Es ging um das unvoreingenommene Zuhören und Dokumentieren. Der Berliner Künstler Marc Gröszer reiste im März 2024 nach Israel und besuchte die Künstler:innen. Seine Reise durch die Suburb‘s Tel Avivs, von Jerusalem nach Ashkelon, vom Kriegsgebiet ins beschauliche Netania dauerte 20 Tage. Er traf 20 Künstler:innen und führte mit ihnen 20 Interviews.

Sie berichten von Lebensgeschichten, alltäglichen Realitäten bis hin zu den Auswirkungen des Krieges auf ihr Leben und ihre Arbeit. Sie sprechen über ihre inneren Welten, Gedanken und Wünsche und auch über ihre ästhetischen Vorstellungen. Zwischen der versuchten Leichtigkeit Tel Avivs, der Hektik Jerusalems und der Stille der traumatisierten Kibuze liegen Welten. Gröszer ist es gelungen, neben den Portraits der Künstler:innen ein Stimmungsbild einzufangen von einem Land zwischen Ausnahmezustand und alltäglicher Normalität. Im Gepäck hat er etwa 100 künstlerische Arbeiten mit nach Berlin gebracht. Sie werden flankiert durch fotografische Künstlerportraits und durch Interviews in Podcastform.

Das breite Spektrum der mitgebrachten Arbeiten reicht von Malerei, Fotos, über Performences und Zeichnungen bis zu zarten, insektenhaften Objekten. Dazu eingeladen sind auch Künstler:innen, die sowohl in Israel als auch in Berlin arbeiten. Das Ausstellungsprojekt umfasst zwei Teile. Der dokumentarische Teil stellt die besuchten Künstler:innen in Form von Portaits und Interviews vor. Der zweite Teil, eine Gruppenausstellung, widmet sich der künstlerischen Arbeit der Künstler:innen und gibt Einblick in das zeitgenössische Schaffen vor Ort. Die Ausstellung wird am 12. Mai im Gewölbekeller (ehemals Brauerei Königsstadt) in der Straßburger Straße 53 eröffnet. Am 16. Mai folgt der Reisebreicht über die Recherche- und Interviewreise mit Performance.

Teilnehmende Künstler:innen

Doron Polak, Belle Shafir, Varda Givoli und Ilan Gelber, Pnina Nedivi, Eli Serfaty, Dasy Ravid, Dan Allon, Orna Oryan, Dorit Bearach, Tal Rosen, Sandra Siano Weinreb, Brit Einstein, Sharon Shamay, Adi Bezalel, Rotem Alfasi, Nomi Tannhauser, Raya Bruckenthal, Zehava Masser, David Wackstein, Alex Schnaider, Ofir Dor

Mark Gröszer

Als Maler und Zeichner apokalyptischer Landschaften hat er das Fragmentarische, Fragile und Monströse schon längst visualisiert. Das Bedrohte und Bedrohliche der Welt, das in Gröszers Bildern wuchert, kann seinen menschlichen Ursprung nicht verleugnen. Im Projekt artspring und im Rahmen der artothek.berlin baut Gröszer ein Oral History Archive auf, in dem er Berliner Künstler:innen und Weggefährt:innen zum Gespräch bittet und ihre Arbeit erläutern lässt. Diese Gespräche produziert er als Podcasts unter dem Namen „Kaffee. Brot und Schilf“ und archiviert sie. Die Märzreise nach Israel fügt sich an dieses Projekt kollegialer Gespräche an.

Podcast im Pop Up Store
Vorheriger Beitrag
Eröffnung des neuen Pop up Stores
Nächster Beitrag
Impressionen der Ashkelon Ausstellung
Menü