Korn Kunstraum

Eine – seit Februar 2021 – Kooperation zwischen artspring berlin und der Heinrich-Böll-Bibliothek

In diesem Jahr sind in dem 7m langen Schaufenster der Bibliothek sechs Ausstellungen unter dem Thema NEULAND – Wandel, Abriss, Neubesinnung, kuratiert von Dirk Teschner, zu sehen.


Das Konzept: NEULAND – Wandel, Abriss, Neubesinnung

Die deutsche Vereinigung liegt über dreißig Jahre zurück – noch lebendige Erinnerung für viele, aber nicht mehr gegenwärtig. Nicht nur die Zeit davor, auch die ersten Jahre der tiefgreifenden Umwälzung im neuen „Ostdeutschland“ entfernen sich aus dem Leben, den Haltungen, den Stimmungen und werden zu archäologischen Schichten des kollektiven Unbewussten. Hier liegen die vergessenen Abdrücke verschwundener Erfahrungen, Krisen, Brüche und Kämpfe um die Wiederkehr von Marktbeziehungen, die Transformation der Rechtsverhältnisse, den Abbruch sozialer Institutionen, die Schließung von Industriebetrieben und den Umbau ganzer Stadtlandschaften des Ostens.

Die Geschwindigkeit und Tiefe der Verwandlung hat neben Überholtem auch Brauchbares beseitigt und neben produktiver Erneuerung auch seltsam altmodische Ersetzungen hervorgebracht – nicht zuletzt im Wohnungs- und Städtebau. Bekannte Beispiele sind der Palast der Republik, ersetzt durch die Kopie eines Hohenzollernschlosses, das Ahornblatt, ersetzt durch gesichtslose Renditearchitektur, und die sorgfältige Restaurierung vieler Mietshausfassaden im Stil des wilhelminischen Kaiserreichs.

Zugleich ziehen Teile der DDR-Architektur und ihres Designs ein wachsendes Interesse auf sich.

In der Ausstellungsreihe NEULAND werden sich Künstler*innen in Installationen, Collagen und Fotografien mit der „DDR-Moderne“ in Architektur und Design und ihren tragenden kollektiven Träumen, Utopien und Täuschungen befassen und ihre Sicht auf den anhaltenden Prozess der „Gentrifizierung“ und seine stadträumlichen Folgen präsentieren.

Die jeweilige Ausstellung im Schaufenster ist täglich 24 Stunden besuchbar. Alle 2021 geplanten Veranstaltungen der Reihe sind kostenfrei.

Das Projekt wird gefördert durch das Bezirksamt Pankow von Berlin.

Ein Projekt von artspring berlin, kuratiert von Dirk Teschner

Vorschau

  • 12. August – 19. September | Philip Topolovac
  • 30. September – 7. November | Andrea Pichl
  • 18. November – 31. Dezember | Verena Issel

Aktuell im KORN Kunstraum

Flächennutzungsplan

3. Juni – 1. August 2021 | Astrid Busch
Ausstellungseöffnung: 3. Juni, 18 Uhr (im Freien)
KORN Kunstraum – im Schaufenster der Heinrich-Böll-Bibliothek,
Greifswalder Straße 87
10409 Berlin-Prenzlauer Berg

Utopische Räume, ideale Städte und reale Stadtplanungen verweben sich in den Arbeiten von Astrid Busch und zeigen ein Wechselspiel von Vision und Wirklichkeit, von Errungenschaft und Scheitern.

In der Ausstellung nimmt die Künstlerin Astrid Busch Anregungen durch Bauten und Entwürfe des Architekten Roland Korn auf – nach dem der Kunstraum benannt ist – indem sie deren Linien, Gestalten und Flächenglie­derungen mit Mitteln zitiert, interpretiert und variiert, die für den Betrachter zwischen Malerei und Fotografie schwe­ben. Im entstehenden Spannungsfeld zwischen Atmosphärischem und Architektonischem, stimmungshafter Un­bestimmtheit und geometrisch-figürlicher Komposition können sich die Betrachter von der entgrenzenden Tiefenwirkung der zweidimensionalen Bilder in den Raum zwischen Phantasie und Wirklichkeit führen lassen, in dem die stadtplanerische und architektonische Gliederung des realen Stadtraums ihre faktische Festigkeit verliert und ins Schweben gerät.

Astrid Busch vergleicht ihre Arbeitsweise manchmal mit der von Bühnenbildner:innen. Auch sie mischt und komponiert im Atelier kreierte Objekte mit Fragmenten realer Raumgestalten und visuellen Projektionen, oft auch mit fiktionalen Installationen in erlebbaren Räumen, und spielt so bewusst mit den eingewurzelten Erwartungen narrativer Bezüge und Ordnungen. Wer sich auf dieses Spiel einlässt, hat die Chance, unter den sinnlich präsenten, wirklichen Formen und Gestalten wieder die Möglichkeiten zwischen Gelingen und Verfehlen zu sehen, die in jedem willentlichen Bilden und Bauen liegen.

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