Open Call: artspring film 2026

Auf zu neuen Ufern!

Alljährlich zeigt artspring film unterschiedliche künstlerische Positionen von Film- und Videoschaffenden und stellt sie zur Diskussion. Die Screenings finden wie gewohnt im Festivalmonat Mai im Kino statt.

Für das diesjährige Programm werden Film- und Videobeiträge gesucht, die das Thema „Auf zu neuen Ufern“ aus so vielen Perspektiven wie nur möglich betrachten. Die Beiträge können neue Arbeiten sein oder schon bestehende, die im Kontext des Themas neu gelesen oder weitergedacht werden. Als Klammer des Jubiläumsjahrs steht das Festival unter dem Titel „Kein Ruder war nicht dran“. Der Titel verweist nicht auf Orientierungslosigkeit, sondern auf Offenheit: darauf, dass keine Richtung vorgegeben war, dass Wege gesucht, neu definiert und gemeinsam ausgehandelt wurden. Im Zusammenkommen unterschiedlicher Perspektiven, Stimmen und künstlerischer Positionen bleibt artspring bewusst vielstimmig. Damit wird die Reise über den See zur Metapher für Zusammengehörigkeit und Vertrauen, für geteilte Freude und Anstrengung, für Selbstwirksamkeit und Improvisationsvermögen. Zugleich, in Zeiten permanenter Krisen sowie politischer und gesellschaftlicher Zuspitzung, verbirgt sich darin die Sehnsucht, sich vom Ufer zu entfernen, um Abstand und einen anderen Blick zu gewinnen.

Auch Film lädt dazu ein, gemeinsam zu navigieren, Erfahrungen zu teilen und aus ihnen kollektive Bedeutungen zu ziehen. Die Überquerung des Sees wird im Film zur poetischen Metapher für Übergänge: von der Idee zum Drehbuch, vom Dreh zum fertigen Werk, von einem Ort zum nächsten, von einer künstlerischen Praxis zu einer neuen. Film kann dabei Vielstimmigkeit integrieren, ohne sie zu glätten. Er kann das Gefühl einer leichten, unbeschwerten Reise entstehen lassen und zugleich die über allem schwebende bedrückende Schwere unserer Zeit sichtbar machen. Denn Film ist Ergebnis und Werkzeug zugleich: fähig, Zeit, Raum und Erinnerungen zu konservieren, ein Schmelztiegel verschiedener Geschichten zu sein und dabei Brüche und Widersprüche offenzulegen. Vor diesem Hintergrund verstehen wir „Auf zu neuen Ufern“ auch als Einladung, filmisch Perspektiven zu wechseln und Übergänge sichtbar zu machen.

Im Jubiläumsjahr suchen wir daher Filme, die „Auf zu neuen Ufern“ als Aufbruch denken und sich dabei nicht scheuen, Widersprüche auszuhalten: Utopien, die sich gegen ihre eigenen Voraussetzungen wenden, Melodien im endlosen Frage- und Antwortspiel des Lebens, die der Schwere etwas Beflügelndes entgegensetzen. Filme, die scheinbar unwichtige Randereignisse ins Zentrum rücken und durch eine Verschiebung des erzählerischen Akzents neue Zugänge auf ausgetretenen Pfaden eröffnen. Uns interessieren Werke, die Zusammenhänge sichtbar machen, die das Private und Individuelle einer Biografie in politische und soziale Kontexte einbetten. Filme, die die Schönheit des Unerwarteten zeigen und zugleich die beunruhigende Wirklichkeit dokumentieren, die widerständig bleiben und von Menschen erzählen, die nicht aufgeben.

Wer kann an artspring film teilnehmen?

Eingeladen sind alle Film- und Videokünstler:innen, die in ihren Beiträgen einen Bezug zum Thema Auf zu neuen Ufern herstellen.

Was kann eingereicht werden?

Eingereicht werden können alle Filmgattungen, Genres und Längen: Kurz- und Langfilme, fiktiv oder dokumentarisch, experimentell, analog oder digital, animiert, performativ, essayistisch. Alle Formate sind zugelassen.

Einsendeschluss
Einsendeschluss ist der 20. Februar 2026.

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