Körper und Raum

05.05.2022 – 30.06.2022 | Mounir Ali Saeed, Makiko Nishikaze und Lindy Annis

Wie werden Glück, Trauer, Zorn, Eleganz, Lebenslust, Gefühle, die von innen kommen, nach außen getragen? Welche körperlichen Ausdrucksformen gibt es? Die drei Künstler*innen Mounir Ali Saeed, Makiko Nishikaze und Lindy Annis machen es uns vor. Der Körper in Bewegung ist ihr zentrales Thema.

Die sinnliche Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper und seinen Bewegungen ist das, was alle drei Künstler*innen miteinander vereint. Mal skulptural, mal performativ, mal filmisch, mal mit und mal ohne Ton, mal in Nahaufnahme und mal in der Totale schaffen  Mounir Ali Saeed, Makiko Nishikaze und Lindy Annis einen Zugang zu unserem körperlichen Empfinden.

Das Tanzvideo “When the body talks” von Mounir Ali Saeed zeigt 6 zeitgenössische Tänzer*innen aus Kairo. Die Tänzer*innen werden in ihrer urbanen Umgebung gezeigt – Ob auf dem Dach zwischen den Lüftungsanlagen oder im privaten Wohnzimmer – jeder der Tänzer*innen erzählt ganz ohne Musik, seine eigene Geschichte – seinen Kampf mit sich selbst vor dem Hintergrund seiner Stadt. Der Körper und seine Bewegung wird zum Sprachrohr innerer Welten.

Auch Makiko Nishikaze fokussiert sich auf die körperliche Bewegung. Sie geht mit der Kamera ganz nah heran: In ihrer Videoarbeit “te to te – hand and hand” lichtet sie ihre Hände ab. Die feinen Bewegungen ihrer Finger und Handballen, ihre manuelle Gestik erinnert an ein Musikstück. Ihre Videoarbeit ist bewusst ohne Ton, da hier die bewegten Bilder der Hände beim Betrachter zu Musik werden.

Die Künstlerin Lindy Annis nimmt ebenfalls den menschlichen Körper und seine Bewegungen zum Ausgangspunkt ihrer Papierarbeiten. Sie formt aus zusammengeknülltem Papier Figuren,  jede in einer anderen Bewegung. Das Medium Papier und seine zusammengeknüllte Textur sind zentraler Bestandteil ihrer Arbeiten. Ihre Installation “Simple Souls” zeigt 182 Papierfiguren, die hinter dem Schaufenster in 18 Linien an Zwirnsfäden von der Decke des Schaufensters herunterhängen und tanzen. Das Besondere ist, dass der Entstehungsprozess des Knüllens sichtbar bleibt und den Figuren ihren ganz eigenen Körperausdruck verleiht.

Im Rahmen der Eröffnung am 05. Mai wird die Künstlerin Lindy Annis im Rahmen einer Performance ausgehend von ihrem eigenen Körper eine Skulptur aus Papier bauen.

 

Makiko Nishikaze, geb. 1968 in Wakayama, Japan, lebt und arbeitet in Berlin. Sie ist Komponistin, Performerin und Medienkünstlerin. Ihr aktueller Schwerpunkt ist Elektroakustische Musik und Video als visuelle Komposition.  Sie unterrichtet an der Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Medien. www.makiko-nishikaze.de

Mounir Ali Saeed ist Tänzer, Choreograf, Musiker und Tanzlehrer. Derzeit ist er Stipendiat an der Akadiemie Schloss Solitude. Er ist 1987 in Kairo geboren. Seine Ausbildung absolvierte er im Rahmen des vierjährigen Cairo Contemporary Dance Workshop Program (CCDWP). Während dieser Zeit wurde er für sein erstes Solo The Game (2009) mit dem Exzellenz-Preis des Cairo Opera House ausgezeichnet. Mit What about Dante gewann er den dritten Preis beim 20. Internationalem Solo-Tanz-Theater Festival in Stuttgart/Deutschland (2016), es folgten Auftritte in Deutschland, Italien, Spanien, Dubai, Marokko, im Libanon und in den USA.  www.mounirsaeed.wordpress.com

Die amerikanische Künstlerin Lindy Annis lebt seit 1985 in Berlin. Seither hat sie zahlreiche Performances und Choreografien erarbeitet. 2000 begann ihr Langzeit-Projekt „The Body Archive“ – eine Medien-übergreifende Studie der Ikonologie der emotionalen Körpergeste. 2017 entstand aus Werbungspapier – die „Simple Souls“. Inzwischen gibt es die Figuren von Lindy Annis in Papier und Porzellan, in Groß- und Kleinformat, im Zwei- sowie Dreidimensionalen. www.lindyannis.net

im Schaufenster der Heinrich-Böll-Bibliothek
Greifswalder Straße 87, 10409 Berlin
Vernissage: am 5. Mai 2022 ab 19 Uhr, 2G+
Laufzeit: 5. Mai – 30. Juni 2022

 

 

 

 

 

 

 

Vorheriger Beitrag
Fredie Beckmans im Pop up Store
Nächster Beitrag
artist PopUp!
Menü