Das verbindende Element

Während des artspring Festivals wird die Magistrale der Park-Klinik Weißensee erneut zum Ausstellungsraum. In diesem Jahr steht die Ausstellung unter dem Titel „Das verbindende Element“. Gezeigt werden Arbeiten aus Zeichnung, Malerei, Druckgrafik, Collage und Fotografie, in denen die Verbindung im Bild selbst entsteht. Wiederholung, Spiegelung, Schichtung, Teilung, Serie und Montage bringen Formen, Flächen und Fragmente miteinander in Beziehung und zeigen, wie daraus bildnerische Zusammenhänge werden.

Was verbindet zwei Punkte, zwei Flächen, zwei Formen? Manchmal ist es nicht die Sache selbst, sondern ein Element, das sich dazwischen legt. Etwas, das ordnet, verknüpft oder abgrenzt. Verbindung kann vieles sein. Sie kann zufällig entstehen oder bewusst gesetzt werden. Sie kann tragen oder irritieren, kann sich aufdrängen oder entziehen. Das verbindende Element fügt zusammen, was sonst getrennt geblieben wäre. Doch was braucht es, damit zwei Dinge nicht nur nebeneinander stehen? Ist es schlicht die Entscheidung, zwei Teile in ein Verhältnis zu setzen?

Die Ausstellung läuft vom 07.5. – 01.9.2026 und ist zu den Öffnungszeiten der Magistrale der Park-Klinik zu sehen. Am 07.5.2026 gibt es einen Brause-Empfang um 16 Uhr.

Werner Ahring

Spiegelungen, 2026, 75x90cm, Mixed Media

Den Arbeiten Werner Ahring liegt eine kosmische Weltsicht zugrunde. Organische Materialien, Steine und Sand, Metall und Ton sind Teil der vorgefundenen Natur, die auf der Leinwand und in Skulpturen zu neuen Strukturen verwoben werden. Ikonenhaft präsentieren sich diese wohlgeordneten Mikro und Makro Kosmos dem Betrachter.

Anette Albrecht

spirituelle Verbindung, 2024, 180x60cm, Collage

Drei Bilder als Teil einer Serie in der mich die Suche nach Verbindung zu sich und zu anderen über die Spiritualität beschäftigt. Mit Projektionen bezogen auf Religion und Kultur, mit der Spiritualität verschiedener Kulturen, mit teils idealisierter, teils irrtümliche Sicht auf das Fremde, mit Wünschen und Ritualen.

Mona Babl

I dreamed I could fly_ standing on the edge of heaven, 2025, 50x70cm, Fine Art Print

In der Serie kombiniere ich meine eigene übermalten und bearbeiteten Landschaftsfotografien mit digital erstellten Chimären aus Menschen und Vögeln. Der Verlorenheit in einer entfremdeten Welt setze ich Mischwesen entgegen, die als Metapher für die Rück-Verbindung des Menschen zu seiner eigenen inneren Natur und zur äußeren Natur stehen. Die Arbeiten bewegen sich im Grenzbereich zwischen Malerei und Fotografie und verbinden formale beide Techniken.

André Bauersfeldt

Bau-Haus, 2026, 60x40cm, Zeichnung

Neun Elemente setzen sich aneinander. Unabhängig voneinander existiert etwas Verbindendes, das ordnet, verknüpft und abgrenzt. Diese Verbindung kann durch individuelle Lesart entdeckt werden. Das verbindende Element soll sich nicht aufdrängen, kann aber zusammenfügen, was sonst getrennt geblieben wäre. Der zeichnerische Duktus, die Farbanordnung, die Verwendung von schriftähnlichen Elementen, der Verfremdungsgrad sind meine Zutaten.

Erdmute Blach

o.T., 2023, 80x100cm, Malerei

Der Charakter dieser Klangstudie wird entscheidend durch die beiden zentralen blauen Flächen geprägt. Indigo und Kobaltblau greifen dynamisch aber diffus ineinander, verstärkend, überlagernd, durchdringend. Was sie aber am deutlichsten verbindet, ist die kleine dem hellen Hintergrund entspringende ovale Form, die weit hinter ihnen zu liegen scheint. Sie wird zu einer Pause, ungestört vom Ringen um sie herum und gleichzeitig scheint die bestimmende Kraft des Zusammenklanges aus ihr zu kommen.

Paula Carralero Bierzynska

Gleichzeitig, 2026, 80x60cm, Malerei

Das Gemälde Gleichzeitig verbindet Erlebnisse aus dem Prado-Museum in Madrid mit Eindrücken aus dem Berliner Alltag. Dünne Farbschichten liegen übereinander und bilden so neue Formen, die sich zwischen Tierischem, Landschaftlichem und Menschlichem bewegen. Das Bild hält meine persönlichen Erlebnisse als Migrantin und das Leben zwischen zwei Welten fest. Das Betrachten weckt neue Gedanken und Verbindungen, bei denen Andeutungen und klare Bilder wechseln.

Christel Daesler

Seelenverwandte – Irritation, 2022, 40x30cm, Druckgrafik

Das verbindende Element zwischen Menschen dargestellt als die offensichtliche äußere Ähnlichkeit führt zu einer Annäherung. Jedoch kann sich diese bei intensiverer Betrachtung durchaus auch als trügerisch erweisen und dann zu Verwirrung oder auch Abkehr führen.

Enzo Enzel

Tortuous Path at the Sky 3041_3021, 2023, 120 x 175 cm, Digitale Collage

Die Arbeit ist ein Diptychon und zeigt eine Konstruktion eines rosafarbenen Rohres, das verschlungen durch einen imaginären Himmel verläuft. Es kommt von einem Punkt und verschwindet zu einem Punkt außerhalb des Bildes ist surreal. Man ahnt, dass das Rohr etwas transportiert, aber es ist nicht sichtbar, was es ist. Unbewusst spürt man die Bewegung, die sich durch das Rohr windet, dabei Kurven und Umwege macht. Es ist Sinnbild für die Irrwege des Lebens, die wohl jeder, der geboren wird mitmacht.

Christoph Gerzymisch

Post, 2023-2024, 21x14cm, Collage

Ich erinnere mich an die Brieffreundschaften meiner Jugend, die Verbindung zu anderen Menschen weltweit. Das Eintreffen des Postboten war ein sehnsuchtsvoll erwarteter Moment des Tages. Heute ist es das nicht mehr. Der Schrift- (und Bild)verkehr hat sich in der digitalen Welt etabliert. Einem Post in Social Media folgt als Antwort ein Like. Ein Klick auf den Sendebutton ersetzt das Aufkleben einer Briefmarke. Die analogen Collagen spiegeln diese Veränderungen unserer Kommunikation wider.

Karin Grote

Existenzen I, Existenzen II, 2021, 100×70 cm, Malerei

Meine Existenzen sind einzigartige Wesen, die alle ein sie verbindendes Element besitzen – die Symmetrie, genauer die Spiegelung an der Y-Achse. Es sind Faltbilder oder auch Rorschachfiguren, erzeugt mit Pinsel und Tusche, immer den schmalen Grad zwischen Zufall und Lenkung auslotend. Ihre besondere visuelle Kraft entwickeln sie durch die Serie. Sie schafft ein reizvolles Paradox, indem sie die Individualität der Wesen zeigt und gleichzeitig ihren identischen, verbindenden Bauplan unterstreicht.

Simon Hadalin

 Nervendrift, 2025, 50×60 cm, Malerei

Das Bild „Nervendrift“ zeigt ein helles Feld aus weißen und grauen Schlieren. Darüber liegen schwarze und dunkelrote Tropfen sowie Laufspuren, die sich zu nervenartigen Bahnen verdichten. Es gibt Stränge, Knoten, Abzweigungen und Unterbrechungen. Die Bahnen wirken wie ein tastendes System. Sie setzen Verbindungen, brechen sie ab und suchen neue Wege zwischen Punkten und Strängen. Berührung, Verfehlung und Auseinanderdriften bleiben dabei gleichzeitig sichtbar.

Yuki Jungesblut

What Ties and Connects (Deep in the Water) (Sasebo, 2018), 2018/2022, 40×60 cm, Fotografie

Dieses Bild ist Teil des Werkzyklus Kirin Quest. Hier wird das Meer als verbindendes (und mitunter trennendes) Element gesehen. 

Stefan Kraft

ohne Titel (4 Taschen 2), 2026, 44,x44 cm, Collage

Collage aus verschiedenen Papier-Tragetaschen. Die Bildfläche wird strukturiert durch Verzahnung der flächigen Elemente (die rechteckigen Seiten) mit den zeichnerischen (die Tragegriffe).

Ulrike Lachmann

Collage X/XI, serielle Arbeit, 2025, 60 x 50 cm, Collage

Beide Collagen verbinden malerische Gestik mit montierten Papierfragmenten. Wiederkehrend sind kräftige Pinselspuren in Pink, Schwarz und Orange sowie das Spiel aus deckenden und transparenten Schichten. Formale verbindende Elemente sind die Fragmente, welche schwarze organische Pinselstriche auf pinkem Hintergrund zeigen. Sehr feine schreibartige Linien kommen ebenfalls in beiden Collagen vor und stellen so die Verbindung zischen den beiden recht unterschiedlichen Collagen her.

Andrea Lein

Duo, 2024,  50 x 70 cm,
Malerei

Zwei Protagonisten, die sich geplant oder zufällig in einem Raum, auf einer Bühne befinden und deren Identitäten zwingend in Beziehung treten. „Je est un autre“ – Rimbaud hat mir einen Anstoß gegeben darüber zu malen was es mit der eigenen Identität in Beziehung zur Identität eines Anderen, der man vielleicht selbst sein könnte, auf sich hat. Die Suche nach dem verbindenden Element kann die Recherche erleichtern…

Bettina Lidzba

o.T., 2021, 175×145 cm, Malerei

Zwei schwarze abstrakte Figuren stehen in einer verbindenden Beziehung zu einander. Aber wie gestaltet sich diese Beziehung? Gibt es Anziehung oder Abstoßung oder widerstrebende Bewegungen? Zeigen die weißen Schatten anderes Verhalten als ihre zugehörigen schwarzen Formen? Wie stehen diese Figuren im Raum und welche Verbindungen oder Abhängigkeiten gibt es zum abstrakten Raum?

Berthold Mertz

Die Anmut der Lüge, 2025, 33 x 43 cm, Zeichnung

Das Phänomen „Lüge“ stellt ein verbindendes Elemente menschlicher Gesellschaft und Beziehungen dar. Vielleicht „DAS verbindende Element“ schlechthin. Sie kreiert und hält Verbindungen mit oftmals katastrophalen, selten positiven, Folgen. Die aktuelle gesellschaftspolitische Lage, national wie international, spricht Bände (Bsp. RKI- u. Epstein-Files; Hannah Arendt: Lüge in der Politik). Lüge grenzt aus, bindet ein. Sie entspricht virtuellen Verbindungsteilchen der Physik, oft schwer nachzuweisen.

Thomas Möller

RESIST!, 2024, 140×100 cm, Malerei

Wir haben alle ein mehr oder weniger spezielles Verhältnis zum Geld. Diese komplizierte Beziehung und die Notwendigkeit zur Auseinandersetzung mit diesem Medium verbindet uns. Die Schlüsse die wir daraus ziehen trennen uns wiederum voneinander.

Simone Ommert

MOSTAR, 2023, 60×50 cm, Malerei

Strommasten sind »verbindende Elemente«, die die Haushalte mit dem Stromnetz verbinden. In Mostar (Bosnien Herzegovina) fielen mir diese besonders auf, da dort diese Verbindungen chaotisch, improvisiert und im übertragenen Sinne für mich auch für die Ethnischen Irrungen und Wirrungen stehen.

Riccarda Raabe

Budenzauber, 2025, 150×60 cm, Malerei

Budenzauber entstand zunächst als ein Bild und wurde im Prozess getrennt. Die beiden Teile bleiben miteinander verbunden und tragen ihre gemeinsame Herkunft in sich. Später integrierte Fragmente früherer Arbeiten erweitern die Bildstruktur. So entsteht ein neues Gefüge, das seine Geschichte sichtbar mitführt. Wie Erinnerung formt es sich aus dem Verweben, Trennen und erneuten Zusammenfügen von Fragmenten.

Cori Schubert

linien-zeit-verbindung, 2025,  119×84 cm, Zeichnung

zeitlinienverbindung, während des suchenden prozesses wird die verbindung zwischen zeit,untergrund,naturelement oder gegenstand einer zivilisierten welt spürbar nachgezeichnet,blind im zustand des nichtssehenden, so wie der mensch nichts sehend von moment zu moment lebt,und in der erinnerung, der erkenntnis erst im nachhinein eine verbindung zwischen sich selbst und dem unmittelbar gelebten, erlebten, erfühlten, gesehenen herstellen kann.

Sylvia Schwenk

your thoughts become your world, (Week 48 from autumn), serielle Arbeit, 2024, 24×102 cm, Malerei

An ongoing series organised into four seasonal palettes and temporal groupings called weeks, forming constellations that evoke time, connection and change. The work begins with multiplicity. Built from a disciplined repertoire of abstract shapes that are repeated, reversed, or recombined, each work invites viewers into a process of comparison, memory, and discovery. What seems simple at first reveals subtle shifts, contradictions, and harmonies.

Christina Schleicher

o.T., 2024, 48×36 cm, Malerei

Eine Figur steht unter einer schwebenden, überdimensionierten Hand und ist über schnurartige Elemente mit ihr verbunden. Die Verbindung wirkt zugleich tragend und belastend. Sie hält und kontrolliert, stützt und begrenzt. Das verbindende Element erscheint als ambivalente Kraft zwischen Schutz und Abhängigkeit.

Andrea Übelacker

Im Birkenwäldchen, 2024,  45×33 cm, Druckgrafik

Zeichnungen und Linoldrucke von Szenen, wie ich sie im Wald vorgefunden habe. Ich fand im Wald verstreut herumliegende Stücke Birkenrinde, die ich zu einer Form schichtete und zeichnete. Basierend auf der Zeichnung sind verschiedenfarbige Linoldrucke mit Unikatcharakter im Format DIN A3 entstanden (verlorene Platte), bei einigen fügte ich assoziativ realistische Zeichnungen bzw. als Gegenpol zur geschnittenen Linie gesprühte Farbfelder hinzu.

Kathleen Wünsch

Triptychon, 2025,  3x100x70 cm, Holzdruck

Mit Mut und Entschlossenheit, bringe ich das was ich in meinem Alltag sehe und erfühle, mit satten Farben und gestischen Formen in den verschiedenen Druck und Malweisen auf Papier, Leinwand oder Holz. Insbesondere das Zusammenspiel von Form und Farbe ob nebeneinander oder übereinander gelagert interessiert mich. Holz und Siebdruck sind ein wesentlicher Bestandteil meiner künstlerischen Arbeit. Das Fließende der Geste und die Emotionalität meiner Ideen im prozeßhaften Arbeiten umzusetzen, mit der Kraft und Energie des Druckens, ist für mich Ausdruck meiner Auseinandersetzung mit dem was mich umgibt und beschäftigt.