Ausufern, Abdriften, Gegensteuern

artspring berlin feiert 2026 sein zehnjähriges Bestehen mit einer Reihe von Ausstellungen, die im unmittelbaren Zusammenhang mit dem diesjährigen Festivalthema stehen. Die Ausstellungsreihe macht dabei eine Praxis sichtbar, die artspring seit zehn Jahren prägt: offen für neue Ansätze, reagierend auf Veränderungen und getragen von gemeinsamen Entscheidungen.

Nicht alles lässt sich steuern. Manche Bewegungen weiten sich aus, andere entfernen sich, wieder andere verlangen nach einem Eingriff. Orientierung ist kein stabiler Zustand. Sie wird hergestellt, verliert sich, verschiebt sich. Ausufern, Abdriften und Gegensteuern sind dabei keine klar getrennten Zustände. Sie können gleichzeitig auftreten, sich gegenseitig verstärken oder blockieren. Die drei Ausstellungen setzen an unterschiedlichen Punkten dieser Bewegungen an. Sie folgen keiner linearen Abfolge und keiner gemeinsamen Lösung. Was sie verbindet, ist keine einheitliche Haltung, sondern die Frage, wie Veränderung wahrgenommen, zugelassen, unterbrochen oder neu ausgerichtet werden kann.

Ausufern

Vernissage: 17.05. 14 Uhr
Ausstellung 17.05.-7.06., Do-So 14-18 Uhr
Verwalterhaus, Prenzlauer Allee 1, 10405 Prenzlauer Berg

Die Ausstellung im Verwalterhaus versammelt Arbeiten, die sich nicht eindeutig begrenzen lassen. Manche Arbeiten dieser Ausstellung bleiben nicht bei sich. Sie hören nicht dort auf, wo ihre Form zunächst endet, sondern verschieben sich, setzen sich fort oder verändern, was sie sind. 

In einem Fall passt ein Bild nicht in seinen Rahmen. Der Körper ragt darüber hinaus, als wäre die Form zu klein für ihn. Der Rahmen liegt nicht um das Bild, sondern auf ihm. Er verdeckt einen Teil, während anderes sichtbar bleibt. An anderer Stelle verändert sich die Funktion. Eine Nisthilfe wird zu einem Licht- und Soundobjekt, eine Leinwand wird zu einem Möbel, gefundene Materialien verbinden sich zu neuen Formen. Die Dinge lösen sich aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang und gehen in einen anderen über. Und dann gibt es Arbeiten, die nicht auf einen Abschluss hin angelegt sind. Sie entstehen in Wiederholungen, in Reihen, in Varianten. Hier zeigt sich Ausufern weniger als Ausdehnung im Raum, sondern als Fortsetzung ohne klaren Endpunkt.

Ausufern setzt voraus, dass es überhaupt etwas gibt, worüber hinausgetreten werden kann. Ein Rahmen, eine Funktion, ein Format, eine Serie. So entsteht kein einheitliches Bild des Ausuferns. Das Ufer ist noch da, aber es wird überschritten.

Mit Arbeiten von: Anne Christina Bachschuster, Christine Contzen, Manja Dornberger a.k.a. RUMPELSTIL, Niki Elbe, Enzo Enzel, Manfred Fuchs, Dagmar Gester, Christoph Gerzymisch, Esther Glück, Johanna Grotzke,Alex Katsuragawa, buffy klama, Stefan Kraft, Sonja Knecht, Ulrike Lachmann, Andrea Lein, Thomas Möller, Anja Nolte, Oliver Orthuber, Annekathrin Pischelt, Nele Probst, Nicole Sauerbrey, Raimund Schucht, Christian Sommer, Ramona Taterra und Paola Telesca.

 Anne Christina Bachschuster

Stuttgart Sonnenberg, Öl auf selbstgeschöpftem Papier

Portrait eines lebendigen Baumstumpfes in Öl auf recyceltem selbstgeschöpften Papier. Aus meiner Sammlung an Fotografien von sogenannten lebendigen Baumstümpfen, meist in der Stadtnatur, oft an Straßen oder in Parks.

Christine Contzen

Leporello Nr.9, mixed media auf Papier

Meine Leporellos entstehen auf langen, selbst gefalteten Papieren. Die scheinbare Endlosigkeit des Papiers, die Möglichkeit, die Grenzen des einzelnen Blattes zu überschreiten, die enorme Länge und extreme Proportion des entfalteten Leporellos bieten grenzenlose Möglichkeiten der Kreativität. Die Präsentation eines Leporellos kann auf unterschiedlichste Weise erfolgen: Als Buch, als Langzeichnung, aufgestellt mit Faltungen, hängend an der Wand oder, wie in den Beispielfotos, im Rondell oder auf einem Podest als kreisförmiges Werk. Leporello Nr. 10 beruht auf der Inspiration durch ein Gedicht von Ingeborg Bachmann: Nebelland. Auch hier ist das Gedicht nur ein anfänglicher Impuls. Interpretationen und Ausuferung der Ideen sind keine Grenzen gesetzt.

Manja Dornberger a.k.a. RUMPELSTIL

The Bee Who Didn’t Wanna Be What She Was Supposed To Be” oder „Die Biene, die nicht werden wollte, was sie werden sollte, Schwarzlichtdynamisches Licht- und Soundobjekt, gemischte Materialien

Eigentlich sollte “The Bee Who Didn‘t Wanna Be What She Was Supposed To Be”oder „Die Biene, die nicht werden wollte, was sie werden sollte“ oder kürzer: “TBWDWBWSWSTB” eine Wildbienennisthilfe werden. Doch als sie wuchs, schöner, größer und immer aufwendiger wurde, weigerte sie sich alsbald vehement, draussen als Nisthilfe den Witterungsbedingungen ausgesetzt zu werden. Sie wollte nicht im Regen stehen. Dieser Umstand gab ihr den ausufernden Namen. Da sie aber auch nicht ohne Funktion sein wollte, wurde sie zu einem Licht- und Soundobjekt umgearbeitet und verfügt nun über einen Bluetooth-Verstärker und 6 in der Säule untergebrachte Monitore, die einen wunderbaren 360°-Sound produzieren. Je nach Beleuchtung erscheint sie in anderer Farbenpracht und ist in der Lage, ihre Flügel auszubreiten.

Niki Elbe

Fucked Up, Schwarz-weiß Fotokopien

Eine Reihe dokumentarischer Fotografien zeigt ausufernden Schmerz und ein gebrochenes Herz. Die Bilder entstehen als radikale Nahaufnahmen meines eigenen Gesichts im Moment größter Trauer. Der Anlass bleibt unbenannt. In der nüchternen Schwarz-Weiß-Ästhetik eines technisch reproduzierbaren Ausdrucks verliert das Private seine Einzigartigkeit. Der Schmerz erscheint seriell, vervielfältigbar, entindividualisiert und zugleich unübersehbar.

Enzo Enzel

The Temptation of the White Rabbit, Digitale Collage

Ein Bild, welches harmlos als Triptychon begann, ist mittlerweile zu einer 7-teiligen Arbeit ausgeufert. Zur 3-teiligen Konstellation um ein Kaninchen herum gesellte sich sehr schnell eine an einer Kaktusblüte knabbernde Heuschrecke. Diese fand ihre Ergänzung in einem halb in der Panke versunkenen Einkaufswagen. Dieser benötigte wiederum als Kontrapunkt das Krokodil. Als thematisches Finale gesellt sich der tote Fuchs hinzu. – Fressen und Gefressen werden -.

Manfred Fuchs

Kommunales Rübenfeld, Eitmepera/Öl auf Papier

Das Bild zeigt eine in Künstlerkreisen bekannt Immobilie in Berlin. Derzeit vorhandene Parkplätze, Zaunanlagen, Bäume etc sind einer landwirtschaftlich genutzten Fläche gewichen. Man sieht eine Anpflanzung von Rüben in einer dunklen moorartigen Fläche, die sich über den Bildrand hinaus weiterentwickelt. Die Papierarbeit ist gerahmt.

Dagmar Gester

Natura corporum, Mischtechnik

„Natura corporum“ verhandelt die Entgrenzung unserer Lebensräume . Digitale Komposition ermöglicht die Gleichzeitigkeit widersprüchlicher Zustände: Innen und Außen, Schutz und Verletzlichkeit, Natur und Konstruktion überlagern sich, kippen ineinander und entziehen sich festen Ordnungen. Materiell weitet sich das Bild in den Raum aus – durch gebrochenes Glas, eingearbeitete Samen, Federn und die aus dem Rahmen tretende Mullbinde. Die doppelte Rahmung wird durchbrochen, Konturen lösen sich auf. So wird „Ausufern“ sowohl inhaltlich als auch physisch erfahrbar: als Bewegung zwischen Ordnung und Auflösung, Kontrolle und der vitalen Eigenlogik der Mit-Natur.

Christoph Gerzymisch

A5 148X210, Serie 4 Stück, Collage, Zeitschrift auf Holz

Die Serie setzt sich mit Normatierungen (DIN-Maß A5) auseinander und untersucht den Dualismus, sich innerhalb eines vorgegebenen Rahmens zu bewegen, dessen Grenzen und Sicherheiten zu akzeptieren, seine Ordnung gleichzeitig aber auch zu hinterfragen, zu lockern und möglicherweise gar aufzulösen. Die scheinbare Beschränkung wird als Chance zu einer perspektivischen Weitung und Öffnung verstanden, die in die Tiefe des Rahmens oder an dessen Ränder und ins Außen gehen kann. Das Ausufernde versteht sich hier als ein Annähern und Abtasten von Grenzräumen. Die Lage wird beschnuppert, am Rand wird gekratzt. Wie bei einer Welle, die sich an der Uferbefestigung bricht, schwappt etwas über und zieht sich schon wieder zurück. Eine kleine, stille und kompakte Geste, ehe der Tsunami heranrollt.

Esther Glück

Schnakeln, Papierschnitt

Esther Glück zeichnet mit dem Skalpell. Im Cut-out-Verfahren agieren die zurückbleibenden Linien als Kontur und rhythmisierendes Element, die Leere, das Dazwischen, wird zugleich Raum und Körper. Mit dem Blick für Details, das genaue in Augenschein nehmen ihrer Umgebung, überprüft Esther Glück das Alltägliche, Unscheinbare auf ideelle und ästhetische Ressourcen. (A. Faller Budasz)

Johanna Grotzke

B12, Mixed Media

B12 – (Back – Body – Build – Bulk – Balance – Bend – Brace – Beast – Behemoth – Breath – Base – Burn), 2026 rigid foam, Sprayfarbe, ca. 112 × 117 cm
Das Relief bezieht sich auf den menschlichen Körper in Fragmenten und lässt zugleich anTopografien denken. Aus geschichteten Schnitten entsteht eine Form, die den Bildrahmen verlässt und in den Raum ausufert. Material und Bearbeitung bleiben sichtbar und betonen Prozesse von Wachsen, Verschieben und Verformen. Je nach Blickwinkel kippt das Motiv zwischen körperlicher Präsenz und abstrakter Landschaft und macht Wahrnehmung selbst zum unsicheren Terrain.

Alex Katsuragawa

3 Nächte, Öl und Lack auf Leinwand

Die Arbeit verhandelt Alkohol als Motor einer Bewegung zwischen Aufbruch und Selbstverlust. Der Rausch verspricht Intensität: gesteigerte Wahrnehmung, soziale Nähe, kreative Aufladung, das Gefühl, erst dann wirklich in Gang zu kommen. Er wirkt als Gegenmittel zu Überforderung, als Beschleuniger von Geselligkeit und Selbstentwurf. Doch mit der Dauer kippt die Dynamik. Nächte dehnen sich, Übergänge verwischen, der Morgen markiert keinen Abschluss, sondern Fortsetzung. Zurück bleiben Spuren eines Ausuferns, das schleichend Kontrolle unterläuft. Das Bild hält diese Ambivalenz fest: Euphorie als temporäre Freiheit – und als Kreislauf, in dem Selbstermächtigung und Abhängigkeit ineinander übergehen.

buffy klama

wal, tusche/acryl auf leinwand

taucht ein wal auf einer leinwand auf. groß der wal, die leinwand klein. er passt nicht drauf. das kann nicht sein. aus eins macht vier. schon passt fast das tier. meer ist nicht zu sagen. fragt die, die ihn tragen.

Stefan Kraft

Du gehörst zu mir, Collage, Acryl und Öl auf Leinwand

Wenn es „gut läuft“, gehen Künstler:innen ins Atelier, machen sich an die Arbeit, und etwas entsteht. Inspiration ist für Amateure.* Bei mir dauert es manchmal etwas länger: Arbeiten werden fertiggestellt, dann doch wieder verworfen, übermalt oder zerteilt. Die Überbleibsel ruhen, warten auf ihren Moment und finden sich dann zu etwas Neuem zusammen. * „Inspiration is for amateurs; the rest of us just show up and get to work. If you wait around for the clouds to part and a bolt of lightning to strike you in the brain, you are not going to make an awful lot of work.“ – Chuck Close, 1940–2021

Sonja Knecht

Meine Obsessionen strengen mich so an, Handschrift

Sonja Knecht untersucht Wörter und Wortfolgen. Ihr Anagrammieren ist ein handschriftliches Wühlen im Wortmaterial. Ihre Anagrammmanuskripte mögen haltlos, planlos, ausufernd wirken, in wilder Bewegung, machen jedoch langwierige Prozesse sichtbar, die strengen Regeln folgen. Anteile von Semantik lugen alsbald hervor. Präzises und dabei intuitives Vorgehen ist nötig, um aus Bestehendem neue Bedeutung zu destillieren: ein Balanceakt zwischen entgrenzen (lassen) und zielgerichtetem Umgang mit dem Begrenzten. Schließlich wählt sie Zeilen aus, in denen alle Buchstaben der Ausgangszeile vorkommen (kein Buchstabe mehr, keiner weniger), sortiert und verbindet sie; so wird daraus (vielleicht) ein Gedicht. Nicht alle Fragmente finden sich darin wieder, sie verweilen als poetische Reste im Manuskript.

Ulrike Lachmann

o.T., Collage

Das gezeigte Werk arbeitet mit abgerissenen Plakatschichten, fragmentierten Typografien und überlagerten Farbflächen. Risse, Überklebungen und ausgefranste Ränder machen den Prozess der Ausdehnung sichtbar – das Bild wirkt nicht abgeschlossen, sondern wie ein Ausschnitt, der jederzeit weiterwachsen könnte. Diese Arbeit begreift Ausufern als materiellen Prozess und als Verdichtung zugleich. Farbflächen überlagern sich zu einem Bildkörper, der seine eigene Begrenzung infrage stellt. Diese Arbeit entstand erst vor kurzen extra für diese Ausschreibung. Das Verwalterhaus ist für mich der ideale Ort, um solche offenen Formate, die ja ähnlich wie der Ausstellungsort die Spuren der Zeit und des Vergehens in der Stadt dokumentieren, zu präsentieren

Andrea Lein

Fisimatenten, Acryl auf Leinwand

Das Gefühl für Räume und Raum-Einnahme steht im Zentrum. Die Schichtung von Räumen und das gleichzeitige Besetzen dieser Räume geht zwingend einher mit der Auseinandersetzung zum Thema „Grenzen“. Wie leicht oder schwer diese Grenzen erweitert und/oder überschritten werden können möchte ich visuell abbilden.

Thomas Möller

My Final Painting, Keilrahmen, Leinwand, Stahlwinkel, Schrauben

Was machen, wenn die Malerei der ausufernden Bilderflut nichts mehr entgegenzusetzen hat? Sie einfach untergeht und nicht versucht ihm eine gänzlich neue Form zu geben. „My Final Painting“ formt Leinwand und Keilrahmen zu einem Stuhl. Ein Objekt, dass es dem Künstler ermöglicht auszuruhen, nachzudenken oder einfach mal eine Pause zu machen.

Anja Nolte

Fluten, Installation, Video 3 min., Monitor, Mediaplayer, Holzkörper

Die Installation FLUTEN erinnert formal an ein antikes Wasserbecken. Die darin eingebettete Videoarbeit verhandelt den Menschen als Strömung. Eine expansive, sich vervielfältigende Kraft, die Räume zyklisch einnimmt, überschreitet und transformiert. Ein Ablauf von Vor- und Rückbewegungen. Entstehung, Vervielfältigung, Beschleunigung, Übertritt, Einbruch und Wiederauffüllung. Zwischen schöpferischer Fruchtbarkeit und zerstörerischer Maßlosigkeit bleiben nach dem Rückzug Sedimente menschlicher Präsenz. Individuen verschwinden zugunsten einer anonymen Masse, Organisches verschiebt sich allmählich ins Technische. Die Installation, in der Betrachter*innen buchstäblich am Rand eines Stroms stehen, konfrontiert mit der Ambivalenz menschlicher Produktivität und Zerstörungskraft.

Oliver Orthuber

King Oxxo – Ich war der Fürst vom Glauben, Acrylic Marker/Sticker auf Papier

Die fünf eingereichten Arbeiten sind Teil des Unterzyklus „Tearing Geometric Sticker Work“ und können seriell, modular oder evtl. raumgreifend (durch kuratorische Erweiterung; aktuell liegen 180 Werke vor) präsentiert werden. Der Unterzyklus untersucht die Bedeutung geometrischer Grundformen wie Kreis, Quadrat, Dreieck und Rechteck. Reißtechnik, Collage, Übermalung und Sticker ermöglichen es, diese Formen zu remixen und neue visuelle Sprachen zu entwickeln, die über traditionelle Maltechniken hinausgehen. Inspiriert von Gilles Deleuze betrachtet der Zyklus Kunst als Prozess und fordert den Betrachter heraus, über visuelle Sprache und Wahrnehmung nachzudenken.

Annekathrin Pischelt

Die Poesie der gefundenen Schuhe, Installation

Seit etwa 20 Jahren fotografiere ich Schuhe, die Menschen in die Straßen, vorwiegend von Berlin gestellt haben. Seit einigen Jahren nehme ich die Fotos bewusst auf, einmal, um die vergängliche Schönheit der Situation festzuhalten. Aber auch, um dieses Phänomen der Straßen zu dokumentieren. Mit dem Ziel, in einer Ausstellung auch wirkliche Objekte zeigen zu können, nehme ich diese herausgestellten Schuhe nun auch mit. Meine kleine Sammlung reicht schon, um eine erste Ausstellung zu bestücken. Das besondere an diesen Schuhen: sie sind nicht unbedingt so, dass man sie wirklich anziehen oder jemandem weitergeben würde. Wieso werden sie also auf die Straße gestellt? Vielleicht bringt uns der gemeinsame Austausch dazu weiter?

Nele Probst

„Quirl“, Weidenruten, Holz, Plastik, Drehsockel

In der Form eines großen Quirls dreht sich das, aus Weidenruten und Fundstücken gebaute Objekt um die eigene Achse. Die leichte und flexibel gehaltene Struktur nimmt in der Drehung immer wieder eine andere Form im Raum ein. Dadurch scheint sie größer und unvorhersehbarer als sie ist. Die im Geflecht eingebundenen Materialien verweisen auf meine Streifzüge in unserer Gegenwart. Überbleibsel, Spuren des menschlichen lebens.

Nicole Sauerbrey

Wer sagt, wo der Rahmen hingehört?, Bleistiftzeichnung

Eine Bleistiftzeichnung /Aktzeichnung eines beleibten Mannes. Ein Plastikrahmen zu klein für die Zeichnung, bedeckt das Geschlecht.
Ein Fuß und ein Arm schauen heraus.

Raimund Schucht

Raimund, die Erde ist durch dich nicht schwerer, nur vielfältiger., Skulptur aus Holz, Modelliermasse, Ton, Acryl und Graphit

Ausgehend von der Annahme, dass nichts wirklich hinzukommt, sondern sich Material, Bedeutung und Aufmerksamkeit permanent umverteilen, verstehe ich Bewegung weniger als Fortschritt denn als Verschiebung. Auch der Mensch ist kein Zusatz zur Welt, sondern umverteiltes Erdmaterial – im Grunde immer schon da. Ausufern, Abdriften und Gegensteuern lassen sich als unterschiedliche Formen derselben Dynamik lesen: Materie, Information und Erfahrung verändern Ordnung, Dichte und Maßstab, ohne dass die Gesamtmenge wächst. Ausdehnung erzeugt Verdichtung anderswo, Drift entzieht sich Kontrolle, Eingriff ordnet neu – ohne Klarheit über die Folgen. Alles bleibt umgeordnete Materie und umgewandelte Energie.
Die eigens für das Konzept entwickelte Skulptur scheint aus der Erdmasse hervorzutreten.

Christian Sommer

Nervous Tension, Elektromotoren, Sensorik, oszillierende Impulsübertragung, gespannte Folienmembran

Zeichnungen und Linoldrucke von Szenen, wie ich sie im Wald vorgefunden habe. Ich fand im Wald verstreut herumliegende Stücke Birkenrinde, die ich zu einer Form schichtete und zeichnete. Basierend auf der Zeichnung sind verschiedenfarbige Linoldrucke mit Unikatcharakter im Format DIN A3 entstanden (verlorene Platte), bei einigen fügte ich assoziativ realistische Zeichnungen bzw. als Gegenpol zur geschnittenen Linie gesprühte Farbfelder hinzu.

Ramona Taterra

Various shapes and sizes, Geleimtes, kaschiertes Papier, 120x150x15cm

Es handelt sich um eine Wandskulptur aus rhombischen, dreidimensionalen Papierkacheln, die modular erweiterbar ist und derzeit aus 20 Kacheln besteht.
Jede einzelne Kachel ist eine Abbildung der linken Oberkörperhälfte eines Menschen, die Herzensseite sozusagen. Für jede Kachel hat mir ein Mensch unterschiedlichen Alters und Herkunft eine Stunde lang Modell gesessen und sich abformen lassen. Es ist ganz offenkundlich, wie unterschiedlich jeder von uns geformt ist. Das Werk wird im Laufe der Zeit kontinuierlich erweitert.

Paola Telesca

Traces of an In-Between (Spuren eines Dazwischen) – Diptychon, Digital Fotografie

„Traces of an In-Between“ (Spuren eines Dazwischen), 2025 Diptychon, je 90 × 80 cm (Außenmaß je 90,8 × 80,8 cm) Fuji Crystal Archive glossy hinter 2 mm Acrylglas, matt, in ArtBox aus Holz mit Walnussrahmen. Die fotografischen Motive – sedimentierte Spuren im Sand und ein verdichtetes Schilfgeflecht – werden durch Überlagerung mehrerer Vorlagen strukturell verdichtet. Horizontale und vertikale Bewegungsrichtungen treten in Spannung. Der Übergang zwischen Wasser und Land erscheint als ausgedehnte Zone. Das Werk untersucht Ausufern als formale und räumliche Erweiterung.

Abdriften

Vernissage: 05.05. 18 Uhr
Ausstellung 5.-19.05.
Pop Up Store, Rathaus-Center Pankow, 1. OG, Breite Straße 20, 13187 Pankow

Im Pop Up Store sind Arbeiten versammelt, in denen sich Raum und Richtung verschieben. Collage, Malerei, Zeichnung und Objekt zeigen Bildräume, Formen und Zeichen, die nicht ganz festgelegt sind. Abdriften erscheint hier nicht als plötzlicher Bruch, sondern als langsame Veränderung. Ein Rettungszeichen weist nicht mehr verlässlich den Weg. Figuren bewegen sich durch einen Raum, der unbestimmt bleibt. Architektonische Formen werden zerlegt, gespiegelt und neu zusammengesetzt. Aufmerksamkeit wandert. Bezüge werden dehnbar. Nähe und Distanz ordnen sich neu.

Dabei muss Abdriften nicht nur Verlust bedeuten. Es kann auch bewusst zugelassen werden, als Schritt zur Seite, als vorübergehendes Lösen aus festen Bahnen, Räumen und Zeiten. Eine Stadt scheint kurz davor, sich selbst zu überrollen, während eine menschliche Figur ihre Konturen verliert. Nicht alles bleibt verfügbar. Nicht alles muss gehalten werden. Das kann verunsichern, aber auch neue Felder öffnen. Mit Arbeiten von Gosia Hejnat, Sylvia Lorenz, Svitlana Vol, Horst Dietzel, Alexandra Schlund, Dagmar Kolatschny, Andrea Lein, Thomas Möller und Sandra Zuanovic.

Gosia Hejnat

Verschiebung, Assemblage

Das Objekt ist auf einer goldenen Schallplatte und einer verformten Schallplatte aufgebaut. Darauf entsteht eine fragile Struktur aus trockenen Ästen, künstlichen Orchideen, Draht und kleinen Figuren. Die Figuren sind Spielzeugsoldaten, deren Arme und Körper verformt sind. Dadurch richten sich ihre Waffen in unterschiedliche, teilweise falsche Richtungen. Die Elemente bilden ein offenes Gefüge zwischen Halt und Instabilität. Die verformte Schallplatte und die verdrehten Bewegungen verweisen auf Verschiebung und Orientierungsverlust. Die Arbeit beschreibt einen Zustand des langsamen Abdriftens, in dem Ordnung sich auflöst und Bezüge unsicher werden.

Sylvia Lorenz

Stadt am Ring, Skulptur (Pappe, Pappeverpackungen, Metallgestell, Draht)

Die Skulptur Stadt am Ring (Pappe, Pappeverpackungen, Metallgestell, Draht) entstand 2023 im Kontext der Ausstellungskooperation „am anderen Ort“ (Kuratoren: Gisela Wrede, Berlin und Harald Etzemüller, Frankfurt am Main). Stichwortgebend für die Form waren das „unbezahlbare“ Wachstum der Großstädte, das „Abdriften“ ihrer BewohnerInnen an die Peripherie oder Randbezirke (außerhalb des Berliner S Bahn Rings…) oder gar das Verlassen der Städte. Die „Stadt am Ring“ scheint kurz davor, sich selbst zu überrollen. Auch das Schmuckstück einer Freundin, die „ihre“ Stadt als Fingerring trägt, wirft ähnliche Fragen auf: sind die Städte noch „unsere“? Wann ist der Kipppunkt überschritten?

Svitlana Vol

Dissolution, Öl auf Leindwand

In der Arbeit Dissolution verliert die menschliche Figur allmählich ihre Konturen und löst sich im maritimen Raum auf. Dies ist ein bewusstes Abdriften, ein freiwilliges Verschieben der Grenzen zwischen Körper und Landschaft. Der Mensch wird Teil des Rhythmus von Wasser, Licht und Bewegung und lässt die Umgebung auf sich wirken, um einen neuen Zustand zu formen. Das Meer fungiert hier als Quelle von Spannung, Energie und Erinnerung. Die Auflösung der Form spiegelt den Verlust einer festen Position und die Aufgabe einer stabilen Identität wider. Es ist kein Verlust, sondern ein Weg, Sensibilität und inneres Gleichgewicht wiederherzustellen.

Horst Dietzel

Orientierungslos, Collagen auf Papier

Die Figuren bewegen sich orientierungslos in einem unverbindlichen Raum. Sie wollen einen Aufbruch, werden durch die Lasten gehemmt. Klar umrissene Quadrate stehen in einem diffusen Raum. Perspektiven kippen. Abdriften ist unvermeidbar. Das wird hier als ein Prozess verstanden, der nicht markiert ist , sondern sich über die Zeit entfaltet. Die Arbeit zeigt ein Zwischenstadium: weder Aufbruch noch Rückzug. Orientierungslos macht diese leise Verschiebung sichtbar, ohne sie zu bewerten.

Alexandra Schlund

Floating 2 (urban), Acryl, Lack, Papier auf Leinwand

Meine künstlerische Untersuchung von Raum basiert zunächst auf einer fotografischen Bestandsaufnahme von Architektur, Raum und dessen Raumhülle. Dies ist mein Ansatzpunkt für die Entwicklung von Collagen, Malerei und ortsspezifischen Wandarbeiten. Ausgehend von dem Bilderfundus zerlege ich die architektonische Struktur in einzelne Fragmente. Diese setze ich mittels der Collagetechnik in neue Raum- und Bedeutungskontexte. Mein Interesse gilt reduzierten sowie fließenden Raumkonstruktionen, die das Wechselverhältnis von Motiv, Fläche und Räumlichkeit zum Thema haben. Dafür entwickle ich aus den gesammelten Fotografien elementare Grundformen, die sich wiederholen, spiegeln, sich gegenseitig durchdringen und sich modular über die ganze Bild- bzw. Wandfläche ausdehnen können.

Dagmar Kolatschny

uncertain, Fotografie

Meine fotografische Arbeit verstehe ich als visuelle Recherche. Dabei versuche ich, Orte oder Themen zu erkunden, neue Perspektiven zu entdecken, zu erarbeiten und für mich und andere sichtbar zu machen. Visuelle Recherche bedeutet für mich auch, die Möglichkeiten des Mediums Fotografie auszuloten und mit verschiedenen Techniken zu experimentieren. Dabei interessiert mich das Analoge ebenso wie das Digitale sowie die Transformation in beide Richtungen. Meine Bilder verstehe ich sowohl als eine Einladung zur Reflexion über die Welt als auch über das Medium Fotografie.

Andrea Lein

Simsalabim, Acryl auf Leinwand

Es geht mir um die Darstellung eines Raumes, der schwer zu greifen ist: Der ein Innen aber auch ein Außen abbildet, der Teil eines realen Lebensraumes aber auch Bühne sein kann und sich dadurch einem fixen Standpunkt entzieht. Eine Bewegung, ein Luftzug durchzieht diesen Innen-Außen-Raum und verschiebt dadurch immer wieder unsere Wahrnehmung. Widerspricht unserem Wunsch nach Eindeutigkeit.

Thomas Möller

Wheel of Fortune (Vers. 1), Objekt

Ein offizielles Rettungszeichen mit Zugkette, das zufällig immer in eine andere Richtung zeigt. Wenn man an dem Griff zieht fängt der Richtungspfeil an zu rotieren und bleibt an einer beliebigen Position stehen. Das führt zu einem Abdriften vom geplanten Weg und zu den entscheidenden Zufällen des Lebens.

Sandra Zuanovic

Encounters B-1, Linoldruckfarbe, Gelstifte auf Papier

Meine Zeichnungen entstehen nicht aus einem vorab festgelegten Plan, sondern aus einem fortlaufenden Dialog zwischen Intuition und Ordnung. Wiederholung spielt dabei eine wesentliche Rolle. Durch das stetige Setzen ähnlicher Linien und Strukturen entsteht ein Rhythmus, der sowohl beruhigend als auch intensiv wirkt. Diese Wiederholungen erlauben mir, den zeitlichen Ablauf des Arbeitens zu verlangsamen. Während des Zeichnens tritt der äußere Zeitdruck in den Hintergrund, und es entsteht ein Zustand erhöhter Achtsamkeit für den gegenwärtigen Moment.

Gegensteuern

Vernissage: 26.05. 18 Uhr
Ausstellung 26.05.–12.06.
Pop Up Store, Rathaus-Center Pankow, 1. OG, Breite Straße 20, 13187 Pankow

Nichts beginnt hier bei null. In den Arbeiten wird nicht neu angesetzt, sondern in etwas eingegriffen, das schon in Bewegung ist. Eine Figur steht in einer unübersichtlichen Situation und versucht, einen Verlauf zu verändern, ohne dass klar ist, ob daraus ein Durchbruch wird. Eine vorhandene Spur wird nicht gelöscht, sondern übermalt und in etwas Neues überführt. Durch Faltung, Variante und Entscheidung entstehen immer neue Möglichkeiten, ohne dass man zu einem Ausgangspunkt zurückkehrt.

Gegensteuern erscheint hier nicht als Lösung, sondern als Eingriff in eine offene Situation. Etwas wird markiert, verschoben oder unterbrochen. Ob sich daraus wirklich eine neue Richtung ergibt, bleibt offen. Mit Arbeiten von Gosia Hejnat, Nesch’et Al-Zubaidi, Andrea Übelacker, Sylvia Schwenck, Horst Dietzel, Simone Kaltenegger, Andrea Lein und Celia Mehnert. 

Gosia Hejnat

Greifen nach Sternen, Assemblage

Mehrere Hände strecken sich nach oben und greifen nach Sternen. Die Bewegung ist gemeinsam, aber nicht einheitlich. Richtungen überlagern sich, Annäherung und Distanz entstehen gleichzeitig. Die Sterne fungieren als fragile Orientierungspunkte – sichtbar, aber unerreichbar. Zwischen Hoffnung und Unsicherheit entsteht ein Spannungsraum fortwährender Ausrichtung. Das kollektive Streben erzeugt eine Dynamik, die sowohl Energie als auch Überforderung sichtbar macht. Orientierung erscheint nicht als stabiler Zustand, sondern als permanenter Versuch, im Verhältnis zu eigenen Erwartungen und zu anderen eine Richtung zu halten.

Nesch’et Al-Zubaidi

Outrun the Undertow, Fineliner auf Papier

Hartes Schwarz-Weiß, aggressive Schraffuren, überzeichnete Perspektiven – der Bildraum kippt nach rechts, als verlöre er das Gleichgewicht. Im Zentrum eine Figur in Bewegung, weder Held noch Antiheld: angespannt, fast verrenkt, ein Fuß rutscht über eine aufbrechende Fläche zwischen Stadtstraße und Strudel. Links zieht ein chaotischer Sog aus wirbelnden Linien, kippenden Häusern, zerfallenden Textfragmenten. Rechts ein harter Kontrast: gebündelte Linien, ein Griff nach Seil oder Kante – ein Moment des Widerstands. Tintenspritzer und zersplitterte Soundwords schweben im Raum. Alles wirkt wie ein eingefrorener Augenblick vor der Entscheidung

Andrea Übelacker

All About Triangles And Squares, Buntstifte/Papier

Vielfältige Muster entstehen trotz oder wegen der Reduktion auf einfachste gestalterische Mittel in der individuellen Anwendung; Reflexion der eigenen Wahrnehmung.

Ohne gestalterisches Konzept zeichne ich mit Lineal oder freihändig gerade horizontale, vertikale und diagonale Linien. Ich suche erst mit Diagonalen die Mitte und zeichne von dort aus Horizontale und Vertikale durch den Kreuzungspunkt, halbiere nach links und nach rechts, oben und unten und immer weiter, sodass ein Prozess von Verkleinerungen eintritt. Diesen Vorgang wiederhole ich abwechselnd mit Horizontalen, Vertikalen und Diagonalen. Die Zeichnung ist beendet, wenn ich keine Kreuzungspunkte mehr sehe, durch die ich weitere Linien ziehen könnte.

Sylvia Schwenck

„The Bully“ from „absurdity“, Glazed hand built ceramic sculptures

“The Bully” is from an ongoing body of work called „absurdity“, which uses play and simplification to distil complex experiences into forms that are comical yet unsettling. “The Bully” has a blood-red head and towers over a smaller person who looks up and says,” im sorry that you’re a bully”. “The Bully” is threatening yet ridiculous and surprisingly beautiful. The work also conveys another meaning, one where the bullied person recognises that the bully may once have been bullied themselves. „absurdity“ is based on true events from my attachment to a Federal Government Taskforce when I was a financial controller in an earlier career. The project combines drawings, ceramic sculptures and paintings.

Horst Dietzel

„Durchbruch“, Acryl auf LW, Collage

Der Mensch greift in einer unübersichtlichen Umgebung mit aller Kraft gezielt ein. Gegensteuern bedeutet hier an der gegebenen Situation etwas entscheidend zu verändern. Er begreift, dass sich die Dinge nicht von selbst ändern. Er verbiegt eine wichtige Gerade. Aber schafft er den Durchbruch? Fragwürdig. Der Ausgang ist offen. Der gestalterische Fokus liegt auf der Figur und ihrer Handlung. Nur darum geht es. Die gebogene rote Linie tritt deutlich hervor. Verschiedene graue und schwarze Areale mit unterschiedlichen Materialien und Formen schaffen einen unbestimmten zurücktretenden Rahmen.

Simone Kaltenegger

Skip it, Acryl, Sprühfarbe & Ölpastel auf Leinwand

Die Arbeit Skip it ist Teil der Serie Street Notes, in der Simone Kaltenegger sich Inspiration im Vandalismus im Berliner Stadtraum zieht. Ausgangspunkt der Arbeit sind partiell übermalte Tags: Nicht die ganze Wand wird neu gefasst, sondern nur der Bereich des Eingriffs. Genau dieses Prinzip überträgt die Künstlerin auf die Leinwand. Blaue, weiße und rosafarbene Übermalungen schneiden in den grauen Grund ein, lassen Reste sichtbar und erzeugen ein neues abstraktes Gefüge. Farbschichten werden aufgetragen und wieder abgetragen – ein malerisches Gegensteuern im Prozess. Der vermeintliche Eingriff wird selbst zur neuen Spur. Darauf folgen neue Tags: Farbtropfen, Sprühlinien, Figuren, das Wort „skip it“. Die Arbeit zeigt Richtungswechsel als offenen Zustand.

Andrea Lein

Attrappe, Acryl auf Leinwand

Mein Ziel ist es, einen bildhaften Ausdruck für Intervention zu finden. Eine klare Handlung, eine Zeichensetzung, eine Aktion, die eine Veränderung bewirkt, abzubilden. Dabei geht es mir um Allgemeingültigkeit, keine Festlegung auf eine bestimmte Entscheidung. Aber ein klares Statement, dessen Botschaft trotzdem codiert bleibt.

Celia Mehnert

≤17, Graphit auf Papier / Video

≤ 17 besteht aus mehreren Zeichnungen. Die Seiten lassen sich aufklappen und umschlagen, es entstehen unterschiedliche Varianten der Zeichnungen. Das Video: Ich blättere durch das Buch. Ich gehe nicht zurück. Wenn ich eine Möglichkeit vergesse oder sie erst durch die veränderte Situation wahrnehme, dann ist das so. Der Titel ≤ 17 bezieht sich auf die Anzahl der im Video realisierten Varianten und verweist zugleich auf Zufall, Möglichkeit und Entscheidung. Die Arbeit erkundet die Zeichnung als offenes System zwischen Bild, Objekt und Handlung.