Maho Sugawara & Chiemi Miura im Pop Up Store

Vernissage: Donnerstag 5. November um 18 Uhr
Ausstellung: 5. 11. – 22. November
Öffnungszeiten: M0, Do & Fr 10 – 14.30 Uhr & Sa 10-18 Uhr
Pop Up Store: Rathaus-Center Pankow, 1. OG, Breite Straße 20, 13187 Berlin

INTERWEAVING

Zwei unterschiedliche künstlerische Positionen begegnen sich in einem gemeinsamen Raum.

Chiemi Miura beschäftigt sich mit Notation, Textil und Code. Ihr Blick richtet sich auf Systeme, die Zeichen und Informationen ordnen, speichern und weitergeben. Durch das Weben und die Übersetzung zwischen unterschiedlichen Zeichensystemen entstehen Verschiebungen, Brüche und neue Verbindungen. Ordnung wird dabei nicht als etwas Festes verstanden, sondern als etwas, das sich bewegt und verändert.

Maho Sugawara beschäftigt sich mit dem Wandel und Vergehen der Dinge sowie mit dem, was als Erinnerung bleibt. Mit Pflanzen, Wasser, Papier und Keramik macht sie Zeit als Spur sichtbar. Ausgehend von der „Zeichnung der Zeit“ hält sie flüchtige Momente fest und schafft Räume, in denen Zeit und ihre Spuren erfahrbar werden.

Beide richten ihren Blick darauf, wie Beziehungen entstehen, sich verändern und wieder auflösen. In INTERWEAVING treffen diese beiden Wege aufeinander – nicht um zu einer Einheit zu werden, sondern um sich gegenseitig zu berühren und einen neuen Raum zwischen ihnen entstehen zu lassen. Der Raum beginnt offen. Durch die großen Glasscheiben sind Innen und Außen miteinander verbunden. Eine Künstlerin sitzt am Webstuhl. Zeichen, Fäden und Bewegungen bilden sich vor den Augen der Vorübergehenden. Dann verändert sich der Blick. Papier wird auf das Glas aufgebracht. Die Sicht wird undeutlich, der Raum dahinter tritt langsam zurück. Gleichzeitig bleibt die Bewegung des Webens bestehen. Mit der Zeit trocknet das Papier, verändert seine Form, löst sich vom Glas und fällt zu Boden. Was verborgen war, wird wieder sichtbar. Auf der einen Seite verbinden sich Linien, auf der anderen lösen sich Grenzen auf.

Verbinden und Auflösen
Erinnern und Vergessen
Ordnung und Zerfall

Diese unterschiedlichen Bewegungen existieren gleichzeitig und beeinflussen einander. Auch die Besucher:innen werden Teil dieses Prozesses. Sie können beobachten, in den Raum eintreten und selbst am Webstuhl Platz nehmen. Durch ihre Anwesenheit verändert sich die Situation und eine neue Verbindung entsteht. INTERWEAVING versteht das Verweben als einen offenen Prozess. Nicht nur Fäden werden miteinander verbunden, sondern auch Zeichen, Materialien, Körper, Blicke und Zeit. Was zunächst getrennt erscheint, beginnt sich langsam zu überlagern.

Chiemi Miura untersucht die Verflechtungen zwischen den Kulturtechniken der Schrift, textiler Notationen, Musiknotationen und Computercodes. Sie interessiert sich für allgegenwärtige Systeme, für die wir aus Gewohnheit blind geworden sind. Diese formalisierten Notationen sind Ordnungssysteme, die das Konservieren und Kommunizieren von Information ermöglichen und dabei vielfältige Parallelen aufweisen.

Diese Verbindungen erlauben den Übergang zwischen den Systemen durch Übersetzung. Diese erfolgt formal und rein auf der Ebene der Information. Die verschiedenen Systeme können aber auch über ihre Ausdrucksform auf der Bedeutungsebene in Resonanz gebracht werden. Wo Verschiebungen und Bewegung zugelassen werden, entsteht Spannung und Reibung. 

In ihren Arbeiten versucht sie die semiotische Resonanz zwischen Information, Medium und Bedeutung greifbar zu machen, indem sie die Funktionsweise von Zeichen in unterschiedlichen Systemen auslotet.

Maho Sugawara beschäftigt sich mit Dingen, die sich im Laufe der Zeit verändern und verschwinden, sowie mit dem, was als Erinnerung bestehen bleibt. Mit Materialien wie Pflanzen, Wasser, Papier und Keramik, die jeweils ihre eigene Zeitlichkeit in sich tragen, arbeitet sie mit der Idee, Zeit als Spur sichtbar zu machen.

Ausgehend von der Idee der „Zeichnung der Zeit“ versucht sie, die sich wandelnden Tage und den „gegenwärtigen Augenblick“ festzuhalten.

Vergängliche Momente, die im Dialog mit anderen Menschen und im Alltag entstehen, fließen in ihre Arbeiten ein.
So lässt sie einen Raum entstehen, in dem der unsichtbare Verlauf der Zeit erfahrbar wird.

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